Wie Datentechnik Leben retten hilft
Mobis Pro optimiert Arbeitsabläufe und Verwaltungen Kooperation von Kreis Paderborn und Universität

- Kreis Paderborn.
Computer und Co. bieten noch ungeahnte und unbekannte Möglichkeiten, Arbeitsabläufe weiter zu optimieren. Davon können auch Verwaltungen, immer noch Hochburgen von Formularen und Aktenordnern, profitieren. Elektronische Informationsträger und –medien als Alternative zu Post und Papier können sogar Leben retten.
Die Universität Paderborn und der Kreis Paderborn arbeiten daran: Mobis Pro steht für "Mobiles Informationssystem zur Prozessoptimierung in Feuerwehren und öffentlichen Verwaltungen" und hat beispielweise auch zum Ziel, die Feuerwehren im vorbeugenden und abwehrenden Brandschutz zu unterstützen.
Die Arbeitsgruppe Computeranwendung und Integration in Konstruktion und Planung (C.I.K.) der Universität Paderborn unter Leitung von Prof. Dr. –Ing. Rainer Koch erarbeitet im Forschungsprojekt Mobis Pro neue Möglichkeiten zur Verbesserung des Informationsaustausches der öffentlichen Verwaltung. Der Kreis Paderborn begleitet die Entwicklung und wird als erster Landkreis von den Ergebnissen profitieren.
Die Idee von Mobis Pro ist eigentlich einfach, ihr Nutzen jedoch gewaltig: Innerhalb der öffentlichen Verwaltung wird eine Vielzahl von Informationen ausgetauscht. Durch die Umstellung auf einen elektronischen Datenaustausch können Verfahrensabläufe beschleunigt werden. Im Bereich des Rettungswesens kann Mobis Pro sogar dabei helfen, Menschen und Gebäude besser zu schützen.
Bauamt und Feuerwehren haben viele gemeinsame Schnittstellen. So müssen Gebäude im Rahmen des vorbeugenden Brandschutzes begutachtet werden. Statt Protokolle zu schreiben, sollen künftig durch die Verwendung moderner Geräte wie Tablet PC und Laptops die Daten vor Ort sofort digital erfasst werden.
"Doch so richtig bewährt sich das System im Falle eines Brandes. Dann kann es helfen, Menschenleben zu retten", erklärt Abteilungsleiter Michael Beninde. Denn im Rahmen der Begehungen durch das Bauamt wurden sämtliche Daten über das betroffene Haus wie etwa Lage, Grundrisse und Raumaufteilung, gespeichert und stehen somit auf Knopfdruck zur Verfügung. Die Leitstelle sorgt im Notfall dafür, dass die Einsatzkräfte vor Ort mit den entsprechenden Informationen versorgt werden.
"Eine sichere, robuste und stete Verbindung zu den Datenquellen in der Leitstelle und Verwaltung über moderne Funknetztechologien gehört daher zu den vorrangigen Zielen des Forschungsprojektes", erklären deshalb die Diplom-Ingenieure Rüdiger Harnisch und Stephan Prödel von der Uni Paderborn.
Im Rahmen des Technologiewettbewerbes "SimoBIT - Sichere Anwendung der mobilen Informationstechnik zur Wertschöpfungssteigerung in Wirtschaft und Verwaltung" wurde der Projektvorschlag "Mobis Pro - Mobiles Informationssystem zur Prozessoptimierung in Feuerwehren und öffentlichen Verwaltungen" als einer der Gewinner ausgezeichnet.
Somit wird das Vorhaben voraussichtlich ab Oktober 2007 vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie gefördert. Von dem Fördervolumen in Höhe von rund zwei Millionen Euro entfällt ein Großteil auf die lokalen Partner Universität Paderborn und den Kreis Paderborn.
Zu den weiteren Projektpartnern zählen die Feuerwehr Dortmund als weiterer Anwender, der Lehrstuhl für Kommunikationsnetze der Universität Dortmund von Prof.Dr.-Ing. Christian Wietfeld und das Dortmunder Systemhaus Pro DV Software AG.
Quelle: Neue Westfälische vom 28.08.2007
