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Projektbeschreibung

by dircksen — last modified 2009-07-08 17:05

Ziel dieses Projektes ist es, die gesamte Prozesskette vom vorbeugenden zum abwehrenden Brandschutz und die damit verbundenen Tätigkeiten zu optimieren. Dafür werden die Mitarbeiter der Feuerwehr bei der Datenaufnahme vor Ort für den vorbeugenden Brandschutz unterstützt. In diesem Zusammenhang soll das System den elektronischen Datenfluss zwischen allen Beteiligten von der Übertragung der Daten zum Sachbearbeiter vor Ort, der elektronischen Datenaufnahme am Objekt, der Rückübertragung in die Abteilung, der Nachbearbeitung usw. sicherstellen. Damit werden die Zeiten für Rückfragen reduziert, der Detaillierungsgrad der erfassten Daten erhöht und Probleme bei der Nachbearbeitung durch die Zugänglichkeit multimedialer Inhalte minimiert. Um sowohl die Arbeitsprozesse des Mitarbeiters vor Ort als auch des Sachbearbeiters in der Dienststelle zu optimieren und damit die Bearbeitungszeiten zu reduzieren, muss beiden der strukturierte Rückgriff auf die von ihnen benötigten Daten ermöglicht werden, ohne dafür aufwändige und zeitintensive Recherchen durchführen zu müssen.

Dazu wird der Zugriff auf die Informationsbasis innerhalb des Projektes durch ein innovatives Informationssystem vereinheitlicht. Innerhalb dieses Informationssystems werden die verschiedenen, heterogenen Datenbestände auf Basis ihrer Semantik verknüpft, um ohne Zeitverlust affine Datensätze in unterschiedlichen Quellen zu finden. Der Zugriff auf die gemeinsame Informationsbasis wird durch standardisierte Schnittstellen realisiert. Dadurch wird einerseits erreicht, dass beliebig strukturierte Quellen wie z. B. Datenbanken in das System eingebunden werden können. Andererseits können aber auch unterschiedlichste Datenanfragen verarbeitet werden, weshalb alle Ämter, Abteilungen usw. das System für ihre Aufgaben nutzen können. Durch die Neuorganisation des Datenaustauschs zwischen den unterschiedlichen Ämtern und Abteilungen wird eine bedeutende Optimierung der Prozesskette vollzogen. (Abb. 1).

 

Abbildung 1: Kommunikatiosstruktur

Standardisierte Schnittstellen bieten darüber hinaus die Möglichkeit externe Organisationen (Rettungsdienste, Hilfsorganisationen, etc.) und Systeme (deNIS IIplus, MobileEmerGIS)einzubinden. Zum einen können sie dadurch auf die im Informationssystem verwalteten Daten zugreifen und zum anderen wird den an das System angeschlossenen Institutionen der Rückgriff auf die Daten und Funktionalitäten der externen Organisationen und Systeme ermöglicht.  Der Rückgriff auf einsatzrelevante Informationen für die Tätigkeiten des abwehrenden Brandschutzes wird ebenfalls über das gemeinsame Informationssystem realisiert. Die Bindung an eine Einsatzsituation gibt spezifische Eigenschaften vor, die auf Kriterien wie Gefahrenstelle, Objekt, Ablauf und Art des Geschehens, beteiligte Personen usw. zurückgeführt werden können.

Die resultierenden Datensätze müssen bezüglich dieser Kriterien auf Relevanz, Aktualität und anwendungsbezogene Bedeutung bewertet, geordnet und den Einsatzkräften auf Abruf zur Verfügung gestellt werden. Kritische Informationen müssen dabei auch ohne Aufforderung des Adressaten übermittelt werden (Push-Dienst), um sie umgehend bei der Planung der weiteren Vorgehensweise zu berücksichtigen. Auf diese Weise wird die bestmögliche Versorgung der Einsatzkräfte mit relevanten Informationen sichergestellt. Ortsfremde Feuerwehren, Rettungsdienste und Hilfsorganisationen können sich so bereits auf dem Anfahrweg mit der Situation und den spezifischen, lokalen Eigenschaften vertraut machen. Zur Verteilung der Daten soll dabei auf bestehende mobile Kommunikationsinfrastrukturen zurückgegriffen werden, die über die benötigte Bandbreite verfügen. Da die Datenkommunikation über öffentlich zugängliche Netze erfolgt, muss die Sicherheit der übertragenen Daten gewährleistet werden.

Abbildung 2: Datenverteilung

Dies bedeutet im Einzelnen:

  • Der Datenaustausch wird gegen Abfangen/Abhören sowie Manipulation/Verfälschung der übertragenen Daten abgesichert.
  • Das Backend-Informationssystem wird abgesichert gegen Angriffe durch Dritte (Hacking) und gegen Ausfälle (Schäden, Datenverlust, DoS-Attacken).
  • Die Clients werden gegen Angriffe durch Dritte abgesichert und dürfen bei Verlust oder Diebstahl keinen Zugriff auf das System erlauben. Persistente lokale Datenbestände werden zudem nicht zugelassen.
  • Ein Benutzer- und Rollenmanagement-System ermöglicht die vielschichtige Vergabe von Zugriffs- und Benutzungsrechten.

Zur erweiterten Definition des Begriffs „Sicherheit“ muss auch die Verfügbarkeit gerechnet werden, die besonders im mobilen Szenario sehr stark mit der Verfügbarkeit von Netzwerkverbindungen einhergeht. Daher müssen Konzepte entwickelt werden, damit das System auch in Bereichen ohne Netzversorgung wie z. B. in Gebäuden, Tunneln, ländlichen Regionen, Waldgebieten usw. zweckgemäß eingesetzt werden kann. Abschließend soll gewährleistet werden, dass im Einsatz gewonnene Erkenntnisse den Abteilungen und Ämtern zugänglich gemacht werden, die daraus einen erneuten Handlungsbedarf ableiten. Mit Blick auf die wechselseitigen Informationspotenziale zwischen VB und AB sollten die im Einsatz festgestellten Brandschutz-Mängel oder eine veränderte Nutzung eines Objektes dem vorbeugenden Brandschutz mitgeteilt werden. Im VB können so eine erneute Brandschau initiiert und ein gegebenenfalls geänderter Feuerwehrplan erstellt werden. Der Austausch von Erfahrungen bleibt dadurch nicht auf Dienstübergaben und Einsatzleiterbesprechungen beschränkt.